Danke, sehr höflich…

Schon als Kind bekommen wir eingetrichtert: „Wie heißt das Zauberwort?“ oder „Hast du ‚Danke‘ gesagt?“ Wir erwarten von den kleinen Wesen, dass sie höflich, nett und wohlerzogen sind.

Versteht mich jetzt nicht falsch! Ich wundere mich auch, wenn ein Kind nicht „Danke“ oder „Bitte“ sagt. Mir wurde das ebenfalls beigebracht und ich finde es wichtig, dass Kinder lernen, Dinge oder Gesten wertzuschätzen. Noch mehr verblüffen mich dann aber die Eltern, die dies gelassen hinnehmen und keinerlei Anmerkungen wie „Wie heißt das Zauberwort?“ von sich geben.
Bei Kindern wird es vorausgesetzt. Erwartet. Wird die Erwartung nicht erfüllt, sind wir enttäuscht, verärgert oder zumindest ziehen wir pikiert die Augenbraue nach oben und betrachten erst Kind und dann Erziehungsberechtigten.

Nun scheint es das Phänomen zu geben, dass diese erlernte Höflichkeit irgendwo auf den Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens verloren gehen.
Als Bedienung sehe ich mich natürlich sehr oft mit den verschiedensten Menschen konfrontiert. Und selbstverständlich gibt es durchaus sehr höfliche und nette Menschen. Das freut mich immer sehr und ich versuche es gleich zu tun. Das wird in gewisser Weise ja auch von mir erwartet. Generell von allen Dienstleistern. Schaut die Bäckereifachverkäuferin grimmig und gibt patzige Antworten, ärgert man sich. Schließlich kommt man doch, um bei ihr zu kaufen. Also soll sie gefälligst nett und freundlich sein und uns mit einem Lächeln empfangen und verabschieden. Ich empfinde das im Übrigen genauso. Ich ärgere mich sehr über unhöfliche Menschen. Aber generell. Nicht nur, wenn ich etwas von ihnen möchte. Gerade deshalb versuche ich aber auch stets selbst diese Einstellung nach außen zu tragen. Ich freue mich, wenn ein neuer Gast kommt. Er soll sich ja willkommen fühlen. Ich freue mich, wenn es ihm geschmeckt hat und wenn er rundum zufrieden war. Hat es ihm nicht geschmeckt, schaue ich betroffen und gelobe Besserung. Und genauso wünsche ich mir das von anderen Menschen.

Wenn man die Entscheidung trifft, seine eigenen vier Wände zu verlassen und in die Welt hinauszutreten, dann sollte man seinen eigenen Kummer oder Gram nicht gerade wie ein riesengroßes Werbebanner vor sich herum transportieren. Es erwartet niemand, dass man mit einem aufgesetzten Lächeln durch die Welt spaziert, wenn einem zum Heulen zu Mute ist. Aber (und jetzt kommt das große ABER!) die restliche Welt kann meistens nichts für den eigenen Unmut oder die Unzufriedenheit.
Keine Bäckereifachverkäuferin kann etwas dafür, dass man heute Morgen verschlafen hat und dadurch den ganzen Tag völlig gestresst von einem Termin zum nächsten rennen musste.
Es kann kein Mitarbeiter im Kundenservice etwas dafür, dass das Lieblingsspielzeug des Kindes kaputt gegangen ist und dieses nun seit drei Stunden heult, denn er hat es nicht hergestellt.
Und liebe Frauen (denn es sind eben meistens die Frauen), wenn ihr keine Lust habt mit euren Männern in einem Restaurant essen zu gehen, dann lasst es gefälligst. Denn das erspart uns, den Bedienungen, schlecht gelaunte, unhöfliche Mienen und schlechtes Trinkgeld.

Es soll jetzt auch nicht falsch verstanden werden! Natürlich hat jeder einmal einen schlechten Tag, an dem einem einfach nicht nach Lächeln ist. Das ist auch absolut in Ordnung und menschlich. Ein „Bitte“ und „Danke“ hat auch ohne Lächeln schon große Wirkung. Mehr wird auch erst einmal nicht erwartet.

Denn warum sonst sollten wir dies unseren Kindern lernen?

In diesem Sinne, bitte habt alle einen wundervollen Mittwoch!
Und wie Haindling schon sagte:

Seid’s freindlich hob I gsagt no amoi!

Danke! 🙂

Es küsst euch,
eure freundliche Liselotte Zucker 🙂

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Ein Gedanke zu “Danke, sehr höflich…

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