Lieber Psychotherapeut… {Browniekuchen mit Oreofüllung}

Es ist Mittwoch!
Bergfest, wie es meine Strickladies (die hiermit ganz lieb gegrüßt sein sollen) es auch nennen 🙂 Bergfest, denn jetzt geht es steil aufs Wochenende zu! Ich freue mich auch sehr auf das kommende Wochenende! Denn Mama Zucker kommt zu Besuch! Eigentlich kommt sie unter dem Vorwand, mir bei den Renovierungsarbeiten der neuen Wohnung zu helfen. Aber ich habe sie durchschaut! Sie hat einfach Sehnsucht nach mir 🙂
Und das ist ganz großartig, denn ich vermisse sie auch!
Mama Zucker und ich habe ein sehr enges Verhältnis. Ich würde sogar sagen, dass sie meine Freundin ist. Vielleicht nicht, wie meine Herzensfreundin J. mit der ich alles, also wirklich alles, bespreche. Aber sie ist meine Freundin mit der ich über alles sprechen könnte, wenn ich wollte. Meine Zuflucht wenn ich Sorgen und Ängste habe, mein Zuspruch wenn ich von Zweifeln geplagt werde und mein persönliches Ein-Frau-Cheerleaderteam, wenn ich Erfolge verzeichne.
Psychotherapeuten würden jetzt vielleicht mit erhobenem Finger und geschürzten Lippen vor uns sitzen und verzweifelt mit dem Kopf schütteln: „Aber Mama Zucker, Sie müssen Ihr Kind los lassen! Es muss aus dem Nest und seine Flügel entfalten! Eine so enge Bindung wird das Kind auf Dauer schädigen! Sie wird niemals selbstständig! Und Sie werden sehen, mit 35 wohnt sie immer noch in ihrem Kinderzimmer mit einem Mutter-Komplex, aus dessen Grund sie niemals eine intakte Beziehung zu einem Mann aufbauen kann.“

Lieber Psychotherapeut,
ich kann Sie beruhigen. Ich bin sehr wohl aus dem Nest geflogen. Vielleicht später als andere meiner Zeitgenossen, jedoch ist das wohl eher dem Umstand des Studiums zuzuschreiben und weniger der zu engen Bindung zu Mama Zucker.
Diese Bindung hat mich auch in keinem Fall mehr geschädigt, als ich es von Natur aus schon bin. Denn einen gewissen Schaden muss ich auf jeden Fall haben. Ganz normal kann das mit mir nicht sein. 😉
Ich wohne, geehrter Psychotherapeut, auch schon seit über drei Jahren in meiner eigenen Wohnung und auch Beziehungen habe ich schon hinter mir. Aus dem „hinter mir“ schließen Sie jetzt vielleicht, dass sie stets nicht intakt waren. Stimmt. So ist das aber bei Beziehungen. Vor allem in jungen Jahren, wenn man sich selbst noch nicht richtig gefunden hat und auf der Suche nach etwas ist, von dem man gar nicht genau weiß, wie es eigentlich aussehen und sich anfühlen soll. Aber als Psychospezialist wissen Sie das selbstverfreilich ja schon alles.
Ich kann Ihnen sagen, dass Mama Zucker nie und nimmer, in keinstem Fall auf irgendeine Art und Weise dazu beigetragen hat, mich zu schädigen. Das ist doch auch eine unerhörte Anschuldigung! Alle Mütter (natürlich gibt es auch traurige Ausnahmen) sind doch stets darauf bedacht, das Beste für und aus ihrem Kind herauszuholen.
Meine Mama (und auch mein Papa) hat mich immer unterstützt, egal was ich auch ausprobieren wollte:
Liselotte wollte Klavier spielen? Kein Problem! Musikinstrumente sind super, da helfen wir ihr! Dass das wöchentlich eine Stange Geld und Nerven (ich habe ja auch zu Hause geübt) gekostet hat und ich im Endeffekt (ich war dann auch irgendwann Teenager) gar nicht mehr geübt habe, der Lehrer aber dennoch kam, spielte keine Rolle. Liselotte wollte turnen, reiten, Tennis und Volleyball spielen und ins Kickbox-Training? Wunderbar! Sport tut gut und wenn es ihr Freude macht, soll sie dorthin!
Frollein Zucker wollte rote, schwarze, lilafarbene, kurze, blonde, pinke Haare. Kombiniert mit Ringelsocken, Krawatten, kurzen Röcken und noch allerlei anderen Modesünden? Mama Zucker’s morgendlicher Kommentar: „Sicher, dass du so zur Schule willst?“
Das ist jetzt nicht falsch zu verstehen, lieber Pychoanalyst!
Ich hatte bei Weitem keine Narrenfreiheit. Natürlich wurden Grenzen gesetzt. Doch mir wurde schon immer viel Mitbestimmungs- und Meinungsfreiheit von meinen Eltern eingeräumt und das hat aus mir eine selbstständige, selbstbewusste und aufrichtige junge Frau gemacht, die Entscheidungen überlegt trifft, aber auch oft mal spontan aus dem Bauch heraus entscheidet.
Und wissen Sie was das Allerwichtigste war und ist? Mama Zucker stand und steht stets hinter mir und meinen Entscheidungen. Sie ermutigt mich Wege zu gehen, die manchmal nicht nur geradeaus gehen. Und stoße ich mir mein Knie dabei am Stein, bringt sie mir auch heute noch ein Pflaster, pustet kurz und dann geht es schon weiter. Sie ist diejenige, die an mich glaubt, wenn ich es doch selbst nicht mehr tue und die alles für mich aufgeben würde, wenn es nötig wäre.
Das, lieber Psychotherapeut, würde ich natürlich nie soweit kommen lassen. Denn ich bin ein selbstständiger Mensch. Der für seine Entscheidungen einsteht und die Suppe selbst auslöffelt, die er sich eingebrockt hat. Auch das ist aus der Erziehung meiner Eltern hängen geblieben. Man muss sich den Konsequenzen seines Tuns stets bewusst sein und diese dann auch hinnehmen und sich nicht immer auf die Hilfe anderer verlassen. Natürlich hat auch Papa Zucker hier großartige Arbeit geleistet, doch es geht hier eben jetzt einfach mal um Mama Zucker.
In meinen Augen hat sie alles, was eine Mutter richtig machen kann, richtig gemacht. Natürlich gibt es Dinge, die ich mit meinen eigenen Kindern vielleicht anders machen würde. Vielleicht würde ich sogar etwas strenger sein. Aber das kann man sowieso erst sagen, wenn man wirklich eigene kleine Wesen um sich hat.
Aber in einem Fall werde ich stets genauso handeln wie Mama Zucker: ich werde meine Kinder mit Liebe überschütten, ihnen stets Luft zum Atmen lassen, aber dennoch immer hinter ihnen stehen und ihnen den Rücken stärken.
Ich werde sie so sehr lieben, wie ich mich von Mama Zucker geliebt fühle, denn das ist das wichtigste das man seinem Kind vermitteln kann: Du wirst geliebt.
Ich hoffe also, lieber Psychotherapeut, dass ich Ihre Meinung vielleicht ein wenig ändern konnte und sie mal über Ihren Tellerrand schauen. Denn eine liebende Mutter kann niemals eine schlechte sein.“

Und natürlich hat Mama Zucker mir auch das Kochen und Backen beigebracht! 🙂
Darum heute ein leckeres Rezept, das mal nicht Paleo ist 😉

Browniekuchen mit Oreo-Füllung

wpid-imag0472_burst002_1.jpg

Für den Kuchen:
• 175g Butter
• 225g dunkle Schokolade
• 200g Zucker
• 3 Eier, getrennt
• 65g Mehl

Für die Füllung:
• 125g Kokosfett
• 300g Puderzucker
• 3 EL heißes Wasser
• Mark einer Vanilleschote

Butter, Zucker und Schokolade in einem kleinen Topf unter Rühren zum Schmelzen bringen.
Eigelb schlagen bis es sehr hellgelb wird und dieses dann unter die Schokomasse rühren. Nun das Mehl unterrühren.
Eiweiß steif schlagen und unter die Schokomasse heben.
Alles in eine gefettete Form geben (meine war eine kleine (18 cm)Springform) und für 35-40 Minuten bei 180°C Umluft backen! Stäbchenprobe nicht vergessen!

In der Zwischenzeit alle Zutaten für die Füllung miteinander verrühren bis eine cremige Masse entsteht! Die Füllung nennt sich Oreo-Füllung, da sie genauso wie die weiße Füllung von Oreokeksen schmeckt!
Sollte sie noch zu fest sein, noch etwas heißes Wasser zugeben! Lieber anfangs weniger Wasser und dann nach und nach mehr dazu geben, denn die Füllung darf nicht zu flüssig werden, sollte aber verstreichbar sein!

Den Kuchen nun aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten abkühlen lassen!
Dann aus der Form nehmen und in der Mitte längs halbieren. Sollte der Teig nun innen noch zu feucht sein (war bei mir der Fall), dann einfach noch mal beide Hälften mit der feuchten Seite nach oben für 5-10 Minuten in den Ofen geben.
Wenn der Kuchen nun ganz abgekühlt ist, kann die Füllung darauf gegeben werden und dann nochmal kurz in den Kühlschrank damit!

Das Ganze kann auch wie richtige Brownies in einer flachen Form gebacken und dann immer zwei Stücke mit der Füllung „aufeinander geklebt“ werden!
Ich habe beides gemacht, da ich die doppelte Menge Teig produziert hatte und nicht alles in die Springform passte 🙂

wpid-imag0470_burst002_1.jpg

Soviel sei gesagt: das ist in der Tat KEINE leichte Zwischenmahlzeit! Aber die Schleckermäulchen um mich herum, die den Kuchen verspeist haben, waren selig!

In diesem Sinne, wünsche ich euch eine wunderbare Wochenmitte! Und ruft doch mal eure Mamas an und sagt ihr wie lieb ihr sie habt! Oder nehmt sie ganz fest in den Arm. Das werde ich am Wochenende ganz sicher machen!

Fühlt euch gedrückt,
eure Liselotte Zucker ❤

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s